11.01.2012

"jule, kommst du mal?" nerv nicht. ich liege auf dem bett und höre meine mutter rufen. genervt stehe ich auf und stampfe die treppe runter. "was gibts?" frage ich genervt und sehe sie am tisch sitzen. "setz dich doch bitte, wir müssen mal reden." reden? was kommt jetzt? ich setze mich hin und schaue auf meine nägel. sie fängt an zu reden. "wir haben eigentlich gedacht, dass wir dir wieder vertrauen können, dass du uns vielleicht alles erzählst.. nach dem .. versuch.." oh gott was kommt sie jetzt damit an? ich schlucke und sehe sie dann verwirrt an. "mach ich doch, ich rede doch mit euch, es ist nichts." lüge ich perfekt und erwarte die antwort, die immer kommt. ja, süßes julchen, wir glauben dir. aber nein. "nein, jule ich weiß, wie es dir geht." sie nimmt meine hand. "warum hast du diese gedanken? warum willst du dir selber weh tun?" ich wundere mich und ziehe meine hand weg. warum weiß sie das? oh gott, scheiße.. ich schüttele den kopf hektisch. nein, sie kann das nicht wissen. wie auch? "jule, wir haben da was gefunden auf deinem computer." ich sehe sie erschrocken an. "nein, ihr habt nicht ehrlich wieder in meiner privatsphäre rumgeschnüffelt, oder? wie kommt ihr denn darauf? mama, vertraut ihr mir denn gar nicht?" schreie ich sie an und kann es nicht fassen. warum können sie mich nicht mein leben leben lassen..?

nach einigen stunden, die wir nicht geredet haben, kam das krisengespräch. "jule, wir haben alles gelesen.. warum redest du nicht mit uns darüber, was dich stört?" man, weil ihr eh nicht zuhören würdet. ich will was sagen, kriege aber nichts heraus. sie redet weiter "wir finden, du kannst deinen blog behalten, würden es aber lieber haben, wenn du dich wieder bei den netzwerken löschen würdest. außerdem wäre ja ein oder zweimal mehr therapie in der woche nicht schlecht, oder?" sie lächelt mich an. FICK DICH. ich muss lachen und stehe auf. "nein, mama, es ist mein leben. ich mache, was ich will und ihr werdet mich nicht davon abhalten. therapie kann ich meinetwegen machen, aber ich verlasse jetzt nicht meine freunde, um DICH oder euch glücklich zu machen." ich will hochgehen und drehe mich nochmal um. "es wäre wirklich nett, wenn ihr es vielleicht unterlassen könntet, an meinem pc rumzusuchen. mach ich ja auch nicht bei euch." sage ich und lächle gezwungen. 

oben in meinem zimmer schließe ich sofort ab und schmeiße mich aufs bett. ich fange sofort an zu weinen. warum können sie mich nicht lassen? wo ist das vertrauen hin, was ich erreicht habe? es ist einfach nur unfair. sie halten alles vor mir geheim, was ihre ehe oder unsere familie angeht und ich soll alles erzählen? jetzt wissen sie alles, werden auf mich acht geben. haha, das ich nicht lache! 
und sofort denke ich an dich, was wäre, wenn du da wärst.. warum musste das jetzt alles doch so schnell enden.. wo es doch gar nicht richtig angefangen hat.. ich will nichts mehr als dich, übrigens.

Kommentare:

chérie. hat gesagt…

Ich finde es auf eine Art respektlos von deinen Eltern, dass sie deinen Blog einfach so durchlesen. Ein großer Vertrauensmissbrauch. Das ist genauso wie Tagebuch lesen. Dadurch machen deine Eltern es auch nicht besser, weil der Blog eigentlich soetwas wie dein platz für gedanken, gefühle und Bilder war. Jetzt wissen sie alles, deine Gedanken. Und ich muss echt sagen, es ist total scheisse von deinen Eltern. Dich so zu hintergehen. Es geht sie gar nichts an. Ich hätte meine Blogadresse geändert, wär' ich du. Oder mir ein Passwort für den Pc etc. gemacht.

Viel Glück. *:

jule hat gesagt…

adresse habe ich jetzt geändert und passwort auch. danke, sehe ich genauso. (: